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Gedanken zur Zeit

27. Mai 2010 - Geht es Ihnen auch so? Man kann die schlechten Nachrichten einfach nicht mehr hören. Umweltkatastrophen, Wirtschaftskrise, Politikverdrossenheit, Kriminalität und so vieles andere. Dabei können wir vor allem nicht einfach weg laufen. Wir müssen uns der Situation stellen.

Nicht ganz dicht Und wie ist die Situation? Manchmal kommt sie mir vor wie das totale Chaos. Wo sind die guten Dinge geblieben, wo sind die Werte? Was sind heute die Werte? Heute zählen nur noch Schein und Sein. Es nicht nicht mehr “in” ein ehrlicher, geradliniger, hilfsbereiter Mensch zu sein. Ganz im Gegenteil. Wer so ist, ist ein Weichling, ein Looser, der einfach nicht weiß, wie die Welt heute gestrickt ist. Es zählt das schnelle Geld, es ist schick, die Schwächen der Mitmenschen für seine eigenen Zwecke zu mißbrauchen. Wer sich ehrenamtlich und vor allem unentgeltlich engagiert kann doch wohl nicht ganz dicht sein.

Interessenskonflikte Die Reihe ließe sich noch lange fortführen. Sehen sie sich doch unsere großen Vorbilder an. Unsere Politiker: hier zählt nur noch die Partei, die Wahlperiode, der Wahlkampf, die Position, die Verteidigung des Wahlprogramms. Und bei allem wissen wir, was vor der Wahl versprochen wurde, wird nach der Wahl sicher nicht realisiert - ganz im Gegenteil. Lügen, Betrug und Machterhalt - das ist es, was wir tagtäglich in den Medien sehen. Die Politiker sind vom Volk gewählte Vertreter, die deren Interessen vertreten sollen. Das ist jedoch schon lange vorbei. Vertreten werden nur die eigenen Interessen (s.o.) und das dumme Volk muss doch nur entsprechend informiert werden. Wie heißt es dann bei Problemen: das haben wir wohl nicht richtig kommuniziert.

Träume Die Wirtschaft: Einst wurden Unternehmen gegründet, um Träume zu realisieren. Gutenberg brauchte Jahrzehnte, um seinen Traum von der Verbreitung des Wissens für alle Menschen zu realisieren - und starb am Ende verarmt und ausgenutzt. Gottfried Daimler hatte die Vision, dass Menschen mobil sein sollen - alle Menschen und das zu vertretbaren Preisen. Die Eisenbahn wurde erfunden, um Menschen und Güter schnell von A nach B zu bringen.

Falsche Ziele Und was haben wir heute? Unternehmen und vor allem deren Geschäftsführer stehen nicht mehr hinter ihren Produkten. Sie wissen oft garnicht was im eigenen Unternehmen produziert wird. Ihnen geht es um Gewinne, Aktienkurse, Ausschüttungen und vor allem dem schnellen eigenen Gewinn. Und dazu ist jedes Mittel recht. Die Bahn beispielsweise: Weiß der Vorstand noch, was die Aufgabe der Bahn ist? Man könnte meinen - Nein. Denn heute geht es um den Börsengang, Aktienkurse, den Verkauf von Schienennetzen, die Übernahme weltweiter Unternehmen. Und um all das zu realisieren, müssen Möglichkeiten gefunden werden, schnellstmöglich die höchst möglichen Gewinne zu machen. Wenn doch da nur nicht immer die ewig nörgelnden Bahnkunden und die ständig fordernden Mitarbeiter wären.

Bis zum Lebensende Und so geht es weiter: Mit der Umwelt beispielsweise. Im Grunde ist sie doch der Realisierung der Unternehmensziele nur im Weg. Beispiel BP und Ölpest vor Florida. Um Geld zu sparen, wurden notwendige Sicherheitsmaßnahmen einfach nicht getroffen. Und dabei ging es “nur” um wenige Millionen. Dann hätten wir jetzt keine Katastrophe. Aber recht so. BP steht vor Milliardenforderungen und man kann nur hoffen, dass es so viele werden, dass die Verantwortlichen noch lange keinen Schlaf finden werden. Sie sollten gezwungen werden, mit Eimern eigenhändig Liter für Liter abzuschöpfen - und wenn es bis ans Lebensende dauern würde

Werte schaffen So könnte es nun Zeile für Zeile weitergehen. Beispiele ohne Ende. Katastrophen um Katastrophen. Ich bin der Meinung, wir sollten uns wieder auf die wahren Werte zurück besinnen. Die Weichlinge und Looser sind es, auf die eine Zukunft gebaut werden kann. Werte wie Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Nachbarschaftshilfe, Uneigennützigkeit, Achtung vor der Natur und den Menschen müssen wieder in den Vordergrund rücken. Unsere Jugend braucht wieder Vorbilder. Und zwar keine, deren Heiligenschein schon nach kurzer Zeit wieder verloren geht. Nur so können Kriminalität, Hoffnungslosigkeit, Frustration und Pessimismus bekämpft werden.

28. September 2010 - Jede Woche landet “Der Spiegel” auf meinem Tisch und ich überlege immer wieder aufs Neue ob ich ihn kündigen soll. Jedoch nicht, weil ich das Magazin schlecht fände. Nein, die geschilderten Inhalte regen mich immer wieder auf. Seitenweise wird uns vor Augen gehalten, wie wir - also das normale Volk - von einigen Wenigen regiert werden, die offensichtlich jeden Bezug zum Volk, zu realen Werten, zum Geld etc. verloren haben.

Tägliche Fehlentscheidungen beeinflussen unser Leben. Unser sauer verdientes Geld, dass wir der Regierung in Form von Steuern zur Verfügung stellen, um es für uns - also das gesamte deutsche Volk - zu verwalten und zu unserem Wohle einzusetzen, wird mit vollen Händen “aus dem Fenster” geworfen. Wer sich dagegen wehrt, ist ein Aufrührer und ungeliebter Demonstrant. Beispiele haben wir ja gerade genug: Stuttgart 21, die Atomdiskussion, die Jahrzehnte lang bewusst vermiedene Integrationspolitik, die aktuelle Riesenerhöhung von 5 Euro für Hartz4-Empfänger und, und, und.

Manchmal habe ich das Gefühl, Frau Merkel und Co. glauben, dass wir wieder zurück im Mittelalter seien und sie, die herrschende Klasse, das Recht hätte, Abgaben und Steuern beliebig zu verlangen und für eigene Interessen zu verwenden. Das Volk dient als Melkkuh für die Verschwendungssucht einiger weniger und diese glauben auch noch, sie hätten das Recht dazu. Müssten sich unsere gewählten Volksvertreter auch nur 4 Wochen in führenden Positionen der Wirtschaft bewähren und für ihre in der Zeit gemachten Schulden und Fehlentscheidungen persönlich haften, wäre die Hälfte unserer Spitzenvertreter sicher das restliche Leben auf Hartz 4 angewiesen. Aber genug für heute, ich rege mich nur immer mehr auf...

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